Lausbub – Leon von Frank Strebelow

von Redaktion • 18.6.2010 • Kategorie: AktuellBabypuppen bestellen

„Das ist aber ein typischer Junge, so ein richtiger Lausbub“ war der erste Gedanke von ­Babypuppen-Autorin Rebecca Schidor, als sie den Karton mit dem zu präsentierenden Bausatz öffnete. Die Rede ist von Leon, einem neuen Reborn-Kit von Frank Strebelow.

Frank Strebelow legte beim Modellieren viel Wert auf die kleine Stupsnase sowie den gut geformten Hinterkopf

An den detailgetreu modellierten Fingern und Handlinien erkennt man die professionelle Arbeit Linde Scherers

Die Augen wirken neckisch, was dem Lausbuben-Charakter der Puppe nachkommt

Alle kleinen Zehen sind einzeln modelliert

Wie ein richtiges Baby kann auch Leon strampeln



In der Welt der Puppen ist es schon etwas Besonderes,­ einmal von einem Puppen-­Designer zu hören, liest man doch fast ausschließlich nur von Doll-Designerinnen. Frank Strebelow ist hier eine der großen Ausnahmen. So begann er vor einigen Jahren mit der Herstellung von Teddybären, bis er sich dann im Jahr 2005 an das ­Modellieren von Puppen heranwagte. Bereits 2008 gewann er den Max-Oscar-Arnold-Nachwuchs-Förderpreis und auch ein Jahr später gehörte er in der Kategorie „Beste Porträtpuppe” erneut zu den Gewinnern.

Optimale Hautfarbe

Der Lausbub Leon ist eines der neuesten Reborn-Kits von Frank Strebelow. Der Bausatz besteht aus einem Kopf ­sowie dreiviertellangen Armen und Beinen. Ein passender Scheibengelenkkörper kann bei der Firma ­DP-Modelle bestellt werden. Die Hautgestaltung wurde mit Genesis-Farben vorgenommen, gerootet wurde Leon mit kanadischem Kid-Mohair.

Die Materialfarbe des Bausatzes ist optimal geeignet für Reborner. Sie ist weder besonders graustichig noch rötlich, sondern hat einen schönen hellen Beige-Ton, was der natürlichen Hautfarbe entgegenkommt. Je natürlicher der Vinylton ist, desto weniger braucht man den Grundton zu neutralisieren. Das Material ist darüber hinaus phtalatfrei und entspricht der EU-Spielzeugnorm. Beim Auspacken des Rohlings wurde zwar ein ganz schwacher Vinylgeruch bemerkt, der aber nach kurzer Zeit verflog.
Dickschädel

Manchmal kann es produktionsbedingt vorkommen, dass das Material an manchen Stellen nicht immer gleich dick ist. Hat man ein sehr helles Vinyl, so kann die Füllung durchschimmern. Bei Leons Kopf waren zwar ganz leichte Abweichungen des Vinyls festzustellen. Dieses ist aber aufgrund seines natürlichen Hauttons, der wie beschrieben nicht so hell ist, ­unerheblich und daher kein Mangel.

Was die Festigkeit des Materials angeht, so benötigt man schon ein wenig Kraft und eine stärkere Nadel zum Rooten. Die Wahl fiel daher auf eine 42er, die durch ihre Kürze etwas bruchsicherer ist. Die anfängliche Skepsis der Härte des Kopfs gegenüber wurde von DP-Modelle relativiert, da es den Bausatz Leon inzwischen auch in einem weicheren und „rootingfreundlicheren” Vinyl zu kaufen gibt. Das heißt, dass das Vinyl zum Rooten nicht mehr erhitzt zu werden braucht, was natürlich eine Zeitersparnis für jeden Reborner bedeutet.
Schalk im Nacken

Schaut man sich Leons Kopf, der im Umfang 36 Zentimeter misst, im Profil an, so kann man eine süß modellierte Stubsnase sowie ein zartes, kleines Kinn erkennen. Da die Puppe kein neugeborenes Baby darstellt, kann man verzeihen, dass er keine Speckfältchen an Hals oder Kinn hat. Seine kleinen Ohren sind gleichmäßig symmetrisch anmodelliert und haben das richtige Größenverhältnis. Sein leicht grimmiges und ausdrucksstarkes Gesicht gibt einem das Gefühl, es hier mit einem kleinen Lausbuben zu tun zu haben, dem der Schalk im Nacken sitzt.

Die Nase von Leon wurde nicht aufgebohrt, sondern nur schattiert und geglosst, da sonst die Nasenlöcher zu groß geworden wären. In diesem Falle konnte eine Tiefe mit Farbschattierungen vorgetäuscht werden. Die kleinen Augen sind einfach von vorn einzusetzen, entschieden wurde sich hier für 20er-Flachaugen. Da die ­Augen allerdings sehr tief modelliert sind, ist ein Wimpernrooting angebracht.
Perfektionismus

Leons Hände und Füße sind von Linde Scherer modelliert. Kopf, Arme und Beine passen hervorragend zueinander. Linde Scherer versteht es, eine Hand so zu gestalten, als wäre sie echt. An jede noch so feine Handlinie ist gedacht worden und der kleine Finger der rechten Hand steht ab, wie es bei Babys der Fall ist, wenn sie ganz selbstvergessen am Daumen nuckeln oder aus dem Fläschchen trinken. Immer wieder begeistern die leicht angewinkelten kleinen Speckbeinchen, die einzeln modellierten kleinen und großen Zehen sowie die Falten unter den Füßen. Sogar die Größe der Nägel an Händen und Füßen stimmt perfekt. Hier spürt man Linde Scherers jahrelange Erfahrung und ihre Liebe zum Detail.

Für den Zusammenbau wurde sich für ein 20-Zoll-Perfekt-Line-Körper aus Flanell entschieden, der über DP-Modelle zu erwerben ist. Er ist vorn dreigeteilt und passt perfekt – wie der Name ­„Perfect Line“ schon sagt. Mit diesem Körper kommt man auf eine Größe von 51 Zentimeter und ein ­Gewicht von 2.250 Gramm.
Gutes Geld

Leon ist über DP-Modelle zu einem fairen Preis von 36,90 Euro zu beziehen, der Körper kann für rund 12,90 erworben werden. Damit befindet sich der Bausatz im unteren Preissegment.


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